Donnerstag, 29. Oktober 2015

Takashi Hiraide - Der Gast im Garten


Verlag: Suhrkamp
Autor: Takashi Hiraide
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-458-17626-8
Preis: 14,00 €
Bewertung: 5/5

Inhalt:
Um dem Lärm und der Hektik der Großstadt zu entfliehen, zieht ein junges Paar aufs Land in ein Gartenhaus. Beide sind keine großen Freunde von Haustieren, dennoch fasziniert sie die kleine Katze, die eines Tages in ihrem Garten auftaucht. Von da an beobachten sie sie, wie sie Insekten hierumtollt und durch das Unterholz streift, Je länger ihr kleiner Gast sich in ihrem Garten oder Haus aufhält, desto mehr fangen sie an das kleine Fellknäuel zu lieben. Dies bemerken sie aber leider erst, als die Katze eines Tages verschwindet...

Autor:
Takashi Hiraide, 1950 in Japan geboren, arbeitete als Verlagslektor, bevor er sich dem Schreiben widmete. Er hat zahlreiche Gedichtbände und Essays veröffentlicht und unterrichtet an der Kunsthochschule Tama. Der Gast im Garten ist sein erster Roman.

Meine Meinung:
Zuerst zur Gestaltung des Buches:
Es ist einfach nur wunderschön aus! Die Illustrationen sind zauberhaft und passen sehr gut zur Geschichte. Selbst die Größe des Buches passt zum Inhalt, da es eine kleine Geschichte mit viel Herz und Magie ist. Das Buch erzählt nur einen kleinen Abschnitt aus dem Leben des Ehepaares, welcher dennoch bedeutend ist.

Der Schreibstil ist wunderbar, poetisch und magisch. Der Autor hat alles sehr bildhaft beschrieben, so als stünde man selbst in dem Garten während man die Zeilen liest. Zu keiner Zeit hat mich das Buch gelangweilt, obwohl in der Geschichte ja nicht viel passiert, was aufregend und spannend ist.

In der Geschichte geht es um ein Ehepaar, welches schon auf die 40 zugeht. Sie ziehen in einen kleinen und ruhigen Vorort, raus aus der Stadt, die oft zu hektisch und stressig ist. Beide brauchen wieder Kraft und Erholung. Sie ziehen in ein kleines Häuschen, welches zu einem großen Anwesen gehört und früher einmal ein Teehaus gewesen ist. Nach dem Tod eines Freundes beschließt der Mann (in dem Buch werden keine Namen genannt bis auf den der Katze) endlich seinen Job als Lektor zu kündigen, welcher ihn schon lange nicht mehr befriedigen konnte. Er will selbst schreiben. Zusammen mit dem Einkommen seiner Frau, sie ist Korrektorin in einem Verlag, und dem Ersparten werden sie eine Zeitlang über die Runden kommen. Das Ehepaar ist zusammen glücklich ohne Kinder oder Haustiere. Obwohl die Frau einen besonderen Draht zu Tieren hat, haben sie nie eigene ins Haus geholt.
Nicht lange nachdem sie sich in ihrem Häuschen eingerichtet haben, taucht eine Katze in ihrem Teil des Gartens auf. Der Nachbarsjunge hatte sie gefunden und vom Fleck weg adoptiert. Er nennt sie "Chibi", was soviel heißt wie "Kleine". Immer öfter besucht Chibi das Ehepaar und bald wird diese ein Teil ihres Lebens. Sie richten für sie eine kleine Kister mit alten Handtüchern her, in der Chibi schlafen kann und ein Fenster lassen sie einen Spaltbreit offen, sodass die Katze immer ins Haus kann, wann sie will. Nach und nach versteht der Mann was Katzenliebhaber an ihren Vierbeinern so lieben und schätzen. Immer öfter ertappt er sich dabei über die Katze nachzudenken. Auch fängt er an mit ihr zu spielen mit einem Tischtennisball, aber zu keiner Zeit lässt sich Chibi von ihm oder seiner Frau anfassen oder gar hochnehmen.
Mit der Zeit wird die Katze für das Ehepaar zu einer lieben und geschätzten Freundin. Doch eines Tages kommt Chibi nicht mehr zu ihnen. Das Paar sucht die ganze Nachbarschaft nach ihr ab, aber ohne Erfolg. Für die Frau ist das Verschwinden der Katze ein großer Verlust, aber auch für den Mann. Er schreibt ihr sogar einen Nachruf, als er von der Nachbarin erfahren hat, dass Chibi gestorben ist.
Nun gesellt sich zu dem tragischen Verlust der geliebten Freundin, dass das Paar sich eine neue Bleibe suchen muss. Der Mann der Vermieterin ist gestorben und für die alte Frau ist das große Haus und der große Garten zu viel und sie will es verkaufen.
Aber lest selbst, ich habe eigentlich schon zu viel verraten...

Es ist eine wunderschöne und bewegende Geschichte über Freundschaft, Liebe, Verlust und über ein Neuanfang. Dies kleine Büchlein ist schon jetzt ein Highlight für 2015, wirklich sehr zu empfehlen!

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Rezensionsexemplar von der Verlagsgruppe Beltz - vielen lieben Dank! und andere...

Gestern als ich von der Arbeit kam, fand ich dieses Buch in meinem Briefkasten:

Vielen lieben Dank an Franziska Hoffmann, Presseagentin der Verlagsgruppe Beltz.
Das Buch heißt "Rabensommer" und ist von Elisabeth Steinkellner, eine Autorin aus Niederösterreich.

Noch muss ich meine aktuellen Bücher zu Ende lesen, was bis zum Wochenende sicher erledigt ist, dann werde ich mich diesem schicken Büchlein widmen - ich freue mich schon auf die Geschichte um die vier Freunde Juli, Ronja, Niels und August, die ihren letzten gemeinsamen Sommer zusammen verbringen, bevor sich ihre Wege trennen.

Und am Montag kamen noch zwei Neuzugänge bei mir an. Auf eines habe ich jetzt seit einem halben Jahr gewartet und ich habe mich gefreut wie Bolle, als ich es endlich in den Händen halten konnte.
Es ist das Buch von Maryrose Wood "Das Geheimnis von Ashton Place - Wild währt am längsten", das ist Band V der Ashton Place Reihe:


Obwohl diese Reihe wohl eher für Kinder/Jugendliche ab 11 Jahre ist, liebe ich sie. Die junge Gouvernante Penelope mit ihren Schützlingen Alexander, Beowulf und Cassiopeia sind einfach goldig und sie muss man einfach lieben. In den fünf bisher erschienen Büchern erleben die vier ein Abenteuer nach dem anderen und kommen dem Geheimnis von Ashton Place immer näher.
Es soll noch ein Band VI erscheinen, das Finale sozusagen und ich hoffe, dass ich nicht allzu lange darauf warten muss. Aber vorerst vergnüge ich mich mit Band V und natürlich warten ja noch sooo viele andere Bücher auf mich.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Ali Shaw - Der Mann, der den Regen träumt


Verlag: script 5
Autor: Ali Shaw
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-8390-0146-2
Preis: 18,95 €
Bewertung: 4/5

Inhalt:
Elsa lebt in New York zusammen mit Ihrem Freund und arbeitet bei einem Magazin, ist aber nicht wirklich glücklich mit ihrem Leben. Dann erfährt sie vom Tod ihres Vaters. Diese Nachricht lässt sie über ihr Leben nachdenken und sie beschließt New York, ihrer Arbeit und ihrem Freund den Rücken zu kehren. Sie reist in das kleine Örtchen Thunderstown, welches umgeben von 4 großen Bergen ist. 
Am ersten Tag durchstreift sie das kleine Städtchen und wird Zeugin von einem grausigen Ereignis. Ein Hund ist umringt von einigen Stadtbewohnern, die das Tier in eine Ecke gedrängt haben und lauthals auf das Tier einreden. Dann kommt ein Mann und redet ganz ruhig auf das verstörte Tier ein, doch plötzlich tötet der Mann das Tier ohne Vorwarnung. Elsa verstört dieses Ereignis sehr und kann es nicht verstehen. Dann macht sie eine Tour außerhalb der Stadt und trifft auf einen Mann, der sich vor ihren Augen in Nebel auflöst. Panisch ruft sie ihn zurück. Und so nimmt die Geschichte über Elsa und Finn ihren Lauf.

Autor:
Ali Shaw wurde 1982 geboren und wuchs in einer kleinen Stadt in Dorset, Großbritannien, auf. Nach seinem Abschluss in Englischer Literatur an der Universität von Lancaster arbeitete er als Buchhändler und in einer Bibliothek in Oxford. Sein Debüt Das Mädchen mit den gläsernen Füßen war ein großer Überraschungserfolg und wurde in 18 Sprachen übersetzt.

Meine Meinung:
Gleich zum Anfang ist es das Cover, welches wieder ein absoluter Hingucker ist. Es hat zwar keinen silbernen Buchschnitt, wie das Erstlingswerk von Ali Shaw „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“, aber dennoch sieht es wunderschön aus mit seinen melancholischen, ja fast schon regnerischen Farben. Schon bei seinem ersten Buch konnte mich der Autor von seinem schönen, träumerischen und oft poetischen Schreibstil überzeugen. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Beim Lesen verschwimmt fast die reale Welt um einen und man taucht ab ins merkwürdige und märchenhafte Thunderstown umgeben von seinen Bergen. Die Geschichte an sich ist nicht besonders spannend, aber darauf kommt es bei diesem Buch auch nicht an. Durch den Mann aus den Bergen, der Regenmann, geht das Buch in die Richtung eines modernem Märchens, obwohl das Buch sehr realistisch geschrieben ist. Wie es scheint legt Ali Shaw sehr viel Wert auf detaillierte Beschreibungen, sodass der Leser mitten im Geschehen ist. Dabei ist es egal, ob die Beschreibungen etwas Schönes oder etwas Grausiges sind. Schon am Anfang des Buches hat mich die Tötung des Hundes zu tiefst erschreckt und dies bleibt eben kein Einzelfall in diesem Buch. Zum Ende hin nimmt die Geschichte etwas an Fahrt auf, auch wenn man schon viel früher ahnt, was da unweigerlich passieren muss. Aber dem tut es keinem Abbruch, eher im Gegenteil, finde ich. Manche mögen das Ende vielleicht erzwungen sehen, aber es ergibt einen Sinn. Das Ende ist wie in seinem ersten Buch nicht glücklich, aber das muss es ja auch nicht immer sein. 
Aufgrund seiner meist sehr ins Detail gehenden Schilderungen empfehle ich das Buch eher jungen Erwachsenen bis Erwachsene.

Freitag, 23. Oktober 2015

Marcelle Sauvageot - Fast ganz die Deine


Autor: Marcelle Sauvageot
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-312-00354-9
Preis: 12,90 €
Bewertung: 5/5

Klappentext des Buches
Eine junge Frau reist 1930 von Paris in das Sanatorium von Hauteville. Dort findet sie einen Abschiedsbrief ihres Verlobten vor, in dem steht: „Ich heirate … Unsere Freundschaft bleibt.“ Die junge Frau versucht den Schock zu überwinden, indem sie auf die Zumutung antwortet – mit einem Brief, der nie abgeschickt wird. Darin beschreibt sie ihre Gefühle in einer Aufrichtigkeit, Verletzlichkeit und Klugheit, die dem Leser den Atem stocken lässt.

„Ein Solitär, ernst, fordernd, wahr und fern aller schriftstellerischen Moderne.“ Georg Sütterlin, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

„Ein innerer Monolog über verlorene Liebe, verletzten Stolz, Glück und Erwartungen. Dass er auch 70 Jahre nach dem Tod der Autorin berührt, liegt vor allem an der poetischen Wucht ihrer Sprache, mit der Sauvageot ihren Schmerz spürbar macht und die kleinen Eitelkeiten zwischen Mann und Frau beschreibt.“ Angele Wittmann, Brigitte

„Fast ganz die Deine entfaltet auf gerade mal siebzig Seiten die Genauigkeitswut der Tagebücher der AnaÏs Nin, die Unbedingtheit der Leidenschaften von Marguerite Duras und die Einsamkeit eines John Cheever.“ Gregor Dotzauer, Tagesspiegel

Über die Autorin
Marcelle Sauvageot, geboren 1900 in Charleville wurde Lehrerin in Paris und unterrichtete Französisch an einer Knabenschule. 1926 erkrankte sie an Tuberkulose, 1930 ging sie in ein Sanatorium in Hauteville.
Wenige Monate später kehrte sie vermeintlich gesund nach Paris zurück. Nach dem erneuten Ausbruch der Krankheit reiste Sauvageot nach Davos, wo sie 1934 starb. Der berühmte Kritiker Charles Du Bos, der sie kurz vor ihrem Tod besuchte, nahm ihr Manuskript mit und sorgte für seine Verbreitung.

Meine Meinung
Ich bin über die Sendung „Lesen!“ mit Elke Heidenreich auf das Buch aufmerksam geworden. Ich fand es interessant und habe es mir dann auch gleich darauf gekauft. Ich konnte es nicht mehr weglegen und habe es auch schon mehrmals gelesen.
Wie Marcelle Sauvageot ihre Gefühle beschreibt, nachdem sie von ihrem Verlobten einen Brief bekommt, in dem er ihr schreibt, dass er eine andere heiraten wird, sie aber Freunde bleiben können, ergreift mich und lässt mich mitfühlen. Das Gefühl des Verlassenwerden hat sicher jeder schon einmal erlebt. Das Gefühl ist nicht schön und hinterlässt viele Fragen, wie auch Marcelle Sauvageot. Sie beschreibt auch wie der Mann „Glück“ definiert (damals war die Frau noch nicht gleichgestellt mit dem Mann/Ausnahmen bestätigten auch damals natürlich die Regel). So schreibt sie auf Seite 40/41:

„Zu einer Frau sagt man: „Der, für den Sie geschaffen sind“, und zu einem Mann: „Die, die für Sie geschaffen ist“; hört man je: „Die, für die Sie geschaffen sind“? Der Mann ist; alles scheint zu seiner Verfügung zu stehen … irgendwo auf der Welt sogar eine Frau nach seinem Belieben, deren Verbindung mit ihm schon von Geburt an vorbestimmt war. Diese Worte – „für den Sie geschaffen sind“ – schließen eine gehorsame, ergebene Anpassung ein, von der das Glück einer Frau abhängt. … Kann der Mann kein Glück erlangen, oder besteht sein Glück darin, die willige Nachgiebigkeit derjenigen zu spüren, die für ihn geschaffen ist?"

Es zählt zu meinen Lieblingsbüchern und ich kann es jedem wärmstens empfehlen es zu lesen. Es ist zwar kurz, aber so bewegend und weise, dass jede Seite es wert ist.
Leider blieb dieses Buch das einzige von ihr, denn sie verstarb 1934 an den Folgen der Tuberkulose. Und nur durch Charles du Bos haben wir es zu verdanken, dass er den Brief, den sie nie abschickte, veröffentlicht wurde.

Winifred Watson - Miss Pettigrews großer Tag


Autor: Winifred Watson
Ausgabe: TaschenbuchBroschur
ISBN: 978-3-442-47560-5
Preis: 8,99 €
Bewertung: 4,5/5

Inhalt:
Miss Pettigrew ist eine Gouvernante. Keine besonders gute, daher behält sie nie für länger eine Stellung. Miss Pettigrew hat in ihren 40 Lebensjahren keine Freude erfahren, ist unsicher, verschüchtert und einsam. Sie ist eine alternde Jungfer, und dann droht ihr noch der Weg ins Armenhaus, wenn sie nicht schnell eine neue Anstellung findet. 
Bei der Arbeitsvermittlung passiert eine unbeabsichtigte Verwechslung der Adressen und so landet Miss Pettigrew bei Miss LaFosse.
Miss LaFosse ist Anfang 20 und eine strahlende Persönlichkeit. Sie ist eine Nachtclubsängerin und hat gleich 3 Männer, die sich um sie reizen. Als Miss Pettigrew bei Miss LaFosse vorstellig wird, wird sie gleich stürmisch begrüßt. Es ist Miss Pettigrews letzte Chance diese Anstellung zu bekommen. Miss LaFosse ist nicht allein, ein junger Mann ist bei Ihr - Phil. Aber dieser will nicht gehen und jeden Moment kann Nick kommen. Nick hat Miss LaFosse diese herrliche Wohnung überlassen. Nick ist gefährlich und Miss Pettigrew kommt zur rechten Zeit. Sie soll ihr helfen Phil aus der Wohnung zu bugsieren. Und von da an erlebt Miss Pettigrew ein Abenteuer nach dem anderen. Sie lernt viele nette Menschen kennen und erfährt zum ersten Mal in ihrem Leben Freude und Zuneigung.

Autorin:
Winifred Watson wurde 1906 in Newcastle upon Tyne geboren, wo sie ihr ganzes Leben verbrachte. Sie arbeitete als Sekretärin und schrieb ihren ersten Roman »Fell Top« in nur wenigen Wochen. 1936 heiratete Winifred Watson und widmete sich fortan ganz dem Schreiben. Ihr drittes Werk, »Miss Pettigrews großer Tag«, erschien 1938 und avancierte sofort zum Bestseller. Als der Londoner Verlag Persephone Books den Roman sechzig Jahre später wiederentdeckte, eroberte das zauberhafte Werk zum zweiten Mal die Bestsellerlisten. Winifred Watson veröffentlichte noch drei weitere Romane, gab jedoch 1941 das Schreiben auf, da sie nach sechs Büchern ihr Werk für beendet hielt: »Es gibt nur sechs wichtige Dinge im Leben, über die es zu schreiben lohnt. Und danach ist alles gesagt.« Die Autorin verstarb 2002 im Alter von 95 Jahren.

Meine Meinung
Von der ersten Seite an war ich von dem Roman begeistert. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr warum dieses Buch auf meine Wunschliste gelangt ist, aber ich bin froh, dass es darauf stand. Denn eine liebe Freundin schenkte es mir zum Geburtstag. Und ich bin sehr froh darum. Am Anfang des Buches ist Miss Pettigrew noch unsicher, ohne ein Fünkchen Selbstbewusstsein und verzweifelt. Am Ende des Buches ist sie total verwandelt. Es war sehr schön diese Verwandlung zu erleben. Jeder Mensch sollte Freude und auch etwas Glück erfahren und gute Freunde finden, die einen lieben, wie man ist. Und Miss Pettigrew hat das mehr als verdient. Der Schreibstil ist einfach schön, man ist sofort im Geschehen und kann das Buch kaum aus den Händen legen. Ich kann ganz gut verstehen, dass es bei seiner Erstveröffentlichung ein Hit wurde. Und auch noch gut 77 Jahre danach. Ein absolutes Highlight in diesem Jahr für mich. Ich mochte alle Charaktere, die so liebevoll und zum Teil auch skurril beschrieben sind. 
Eine absolute Empfehlung meiner Meinung nach!

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Jutta Wilke - Dornenherz


Autor: Jutta Wilke
Ausgabe: Hardcover 
ISBN: 978-3-649-61370-1
Preis: 14,95 €
Bewertung: 5/5


Kurze Inhaltsangabe:
Seit einem Jahr ist sie tot – ihre Schwester Ruth.

Und auch Anna hat das Gefühl seit diesem schicksalhaften Tag nicht mehr lebendig zu sein. Ihre Eltern kümmern sich nicht wirklich um sie, sind in ihrer eigenen Trauer gefangen. Besonders Annas Vater geht ihr aus dem Weg. Und Leon – eigentlich war er der Freund von Ruth – er verbringt viel Zeit mit ihr, aber ist das auch ihretwegen?
Am Jahrestag beschließt Anna nicht auf den Friedhof zu gehen, wie ihre Eltern und Leon. Sie flüchtet in den Park, in dem sie früher oft zum Zeichnen gegangen ist. Seit einem Jahr hat sie ihre Malutensilien nicht angerührt. Im Park, der eigentlich auch ein Friedhof ist, begegnet ihr eine schwarze Katze. Sie schaut sie an, als wolle sie ihr was zeigen. Anna beschließt ihr nach zu laufen und gelangt so in einen Teil des Parks, in dem sie noch nie vorher war. Eine wunderschöne Engelsstatue steht dort mitten in einem Meer weißer Rosen. Anfangs hielt sie die Statue für ihre Schwester, denn etwas Ähnlichkeit ist da schon. Ihr gefällt dieser Engel so gut, dass sie ihn anfängt zu zeichnen.
Und plötzlich ist da dieser Junge – Phil – der die Rosen gepflanzt hat und sie pflegt. Phil geht Anna seither nicht mehr aus dem Kopf…

Autorin:
Jutta Wilke, geboren 1963 in Hanau am Main, wollte während der Grundschulzeit zunächst Zoodirektorin werden. Der heiß ersehnte Bio-Unterricht auf dem Gymnasium erwies sich jedoch als todsterbenslangweilig. Den Zoodirektor hakte sie deshalb ab. Dafür begeisterten sie Bücher immer mehr. Und das Schreiben erst recht.
Völlig aus Versehen studierte sie nach dem Abitur allerdings Jura. 1988 machte sie zunächst das erste Staatsexamen und heiratet noch im gleichen Jahr. 1991 folgen dann das zweite Staatsexamen und eine Ausbildung zur Fachanwältin im Familienrecht.
Sie bekommt fünf Kinder, arbeitet 12 Jahre als Anwältin, wird geschieden bis schließlich das Gefühl kommt: Es reicht. Sie will endlich das machen, was sie am besten kann: Schreiben.
So erscheinen 2008 erste Veröffentlichungen kleiner Auftragsarbeiten. Sandmännchen, Adventskalender und Geschenkbüchlein. Nebenher arbeitete sie an ihrem ersten Roman, der schließlich 2011 im Coppenrath Verlag erschien.

Meine Meinung:
Die Gestaltung des Buches ist wunderschön und gefällt mir sehr. Der Schutzumschlag ist transparent und verziert. Das Buch auch und somit ergänzen sich Buch und Umschlag. Auch das Innere des Buches kann sich sehen lassen. Jedes neue Kapitel, in dem Anna und Phil vorkommen, beginnt mit einem Gedicht über Rosen.
Die zweite Geschichte ist in kursiv geschrieben, so kann man die beiden Handlungsstränge gut auseinander halten.
Anna und Phil sind in der Gegenwart – Johanna und Philipp in der Vergangenheit.
Jutta Wilke hat einen schönen Schreibstil, der Spaß macht zu Lesen. Das Buch erzählt die Geschichte aus der Sicht von Anna bzw. Johanna. Dadurch bekommt man einen Eindruck in ihre Gefühlswelt.
Anna hat es nicht leicht und will es jedem Recht machen seit dem Tod ihrer Schwester. Sie gibt sich die Schuld daran, denn hätte sie den Bus nicht verpasst …
Ihre Eltern bemerken nicht, wie sich ihre Tochter verliert, sie stecken selbst tief in ihrer Trauer fest. Es versucht jeder allein mit diesem schmerzlichen Verlust fertig zu werden, obwohl oder vielleicht weil sie eine Familie sind.
Nebenbei erfahren wir die traurige Geschichte über die Entstehung der Engelsfigur. Sie stellt ein junges Mädchen da, das vor langer Zeit in Deutschland lebte. Ihre Eltern wollen das Land verlassen aus wirtschaftlichen Gründen und sie soll mit Ihnen nach Amerika auswandern. Zusammen mit ihrem aufgezwungenen Verlobten. Aber sie liebt einen anderen Mann –Philipp den Künstler. Er setzte mit seiner Engelsfigur ein Denkmal für seine einzig wahre und verlorenen Liebe.
Die beiden Geschichten sind eigentlich für sich, dennoch gehören sie zusammen. Am Schluss laufen beide Handlungsstränge zusammen und mir hat dieser Schluss sehr gefallen. Er ist wunderschön und traurig zugleich, diese Geschichte bzw. das Buch ließ mich auch nach dem Lesen nicht los.
Die Moral der Geschichte ist wohl, dass wir für uns selbst leben und nicht für andere. Jeder hat nur ein Leben und sollte es leben, wie es einem gefällt und was einem glücklich macht, und dass kein Mensch ist ersetzbar ist.

Fazit:
Das Buch beschreibt die Liebe zweier Menschen, den Umgang und die Verarbeitung eines sehr schmerzlichen Verlustes und das Erkennen, dass man sich nicht verlieren darf.
Die Autorin versteht mit den richtigen Worten Gefühle zu vermitteln, die einen berühren und nicht sobald loslassen. Das Buch kann ich vorbehaltlos empfehlen und bekommt von mir volle Punktzahl.

Brooke Davis - Noch so eine Tatsache über die Welt


Verlag: Antje Kunstmann
Autor: Brooke Davis
Ausgabe: Hardcover 
ISBN: 978-3-95614-053-2
Preis: 19,95 €
Bewertung: 4/5

Inhalt:
Das Buch dreht sich um drei Figuren - Millie (7), Karl (87) und Agatha (82) - die nicht unterschiedlicher hätten sein können.
Millie beginnt, nachdem sie ihren Hund tot aufgefunden hat, tote Dinge zu sammeln, d. h. sie schreibt sie in einem Buch auf. Leider muss Millie an 28. Stelle auch ihren Dad in das Buch eintragen. Drei Monate nach dem Tod des Vaters verlässt die Mutter auch noch das Kind. Sie setzt ihre Tochter in einem riesigen Einkaufszentrum aus. Da lernt Millie auch Karl kennen.
Karl wurde sozusagen auch von seiner Familie verlassen, sein Sohn schob ihn in ein Seniorenheim ab. Karl vermisst seine Frau Evie beinahe täglich - sie war seine ganz große Liebe. Er fühlt sich einsam. Agatha ist eine Nachbarin von Millie und auch sie ist allein. Ihr Mann Ron starb vor ein paar Jahren. Sie verlässt ihr Haus so gut wie nie. Ihr Tag hat eine strikte Routine, sie schreibt jede neue Falte oder Altersfleck in ihr Buch...
Zusammen machen sich alle drei auf den Weg die Mutter von Millie zu finden und erleben so manch Abenteuer.

Autorin:
Brooke Davis wurde in Bellbrae, Victoria (Australien) geboren. Sie studierte Creative Writing, u.a. an der University of Canberra, und arbeitete als Buchhändlerin. Schon während ihres Studiums wurde sie mit mehreren literarischen Preisen ausgezeichnet. Ihr Erstlingsroman "Noch so eine Tatsache über die Welt" erschien 2014 und wurde zum internationalen Bestseller.

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist anders als ich bisher kenne. Keine Anführungszeichen bei Dialogen zum Beispiel, dies wurde nur kursiv dargestellt - anfangs etwas verwirrend, aber ich habe mich schnell damit arrangiert. Das Buch ist in vier Teile gegliedert und die Kapitel wechseln sich unter den Protagonisten Millie, Karl und Agatha ab. Finde ich sehr gelungen, denn so erfährt man die Gefühle und Eindrücke der jeweiligen Figuren. Alle drei sind mir sehr sympathisch, obwohl Agatha es einem nicht gerade leicht macht sie zu mögen.
Alle drei haben durch den Tod eines geliebten Menschen so einiges zu verarbeiten. Der Eine mehr als der Andere. Es ist sehr interessant, wie jeder einzelne dies bewältigt. Es ist eine gefühlvolle, aber auch mit viel Humor gespickte Geschichte, die zum Nachdenken anregt.
Mein schönster, aber zugleich auch traurigster Satz aus dem Buch von Millie auf Seite 172 ist:
"Alle Erwachsenen, die sie kennt, reißen Stücke aus ihrem Herz heraus und nehmen sie mit und geben sie nie mehr zurück"

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Ich bin wieder zurück...

Hallo ihr Lieben,

jetzt war ich wirklich eine sehr lange Zeit nicht mehr in meinem Blog aktiv. Es hatte mehrere Gründe, warum ich nichts mehr geschrieben habe. Zum Einen hatte ich wenig Zeit, auch fehlte mir die Muse und auch die Begeisterung den Blog weiter zu führen. 
Aber jetzt möchte ich gern wieder mehr hier schreiben, denn es hat sich viel getan in meinem Leben, vor allem in meinen Bücherregalen.
Es sind wieder viele neue Bücher bei mir eingezogen, weshalb ich mir auch ein paar neue Bücherregale kaufen musste. 
Hier ein Bild meiner Bücherwand:


Wie man sehen kann, habe ich eine Leidenschaft für Bilderbücher entwickelt, im Besonderen die Bücher von Benjamin Lacombe. Ich liebe seine Illustrationen. Aber auch andere Bilderbücher ziehen mich in ihren Bann. 
Einen eigenen Post mit Bildern meiner Bilderbuch-Schätze werde ich euch demnächst vorstellen.

Also auf bald!